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Die neuesten Beiträge, Übersetzungen und Infos des Integralen Forums:

Januar 20, 2020

Integraler Salon Zürich (wieder) eröffnet

Ab jetzt gibt es wieder einen Integralen Salon in Zürich. Auf Initiative von Christof Suppiger findet an jedem 10. des Monats ein Treffen statt. Im dialogischen Austausch zu eigenen Erfahrungen und aktuellen Informationen zum Integralen Ansatz geht es darum, integrales Denken und Handeln zu vertiefen.

Zuerich

Januar 10, 2020

Editorial

Liebe Leser, liebe Leserinnen der Integralen Perspektiven,

Logo Integrale PerspektivenIch bin ein Kind der Dreamtime People
Ein Teil dieses Landes, wie der knorrige Gummibaum
Ich bin der Fluss, der leise singt
Unsere Lieder auf meinem Weg zum Meer singend
Mein Geist ist der Staubteufel
Luftspiegelungen, die auf der Ebene tanzen
Ich bin der Schnee, der Wind und der fallende Regen
Ich bin ein Teil der Felsen und der roten Wüstenerde
Rot wie das Blut, das in meinen Adern fließt
Ich bin Adler, Krähe und Schlange, die gleitet
Durch den Regenwald, der sich an den Berghang klammert
Ich bin hier aufgewacht, als die Erde neu war
Es gab Emu, Wombat, Känguru
Kein anderer Mann mit einer anderen Hautfarbe
Ich bin dieses Land
Und dieses Land bin ich
Ich bin Australien

Lied der Aborigines – Gedicht von Hyllus Maris

ganz herzlich begrüssen wir Sie im neuen Jahr mit dieser ersten Ausgabe der Integralen Perspektiven mit dem Schwerpunkt „Klima-Bewusstheit-Ethik”. Während in Australien die Feuer wüten, ist die Menschheit dieser Erde einmal mehr ohnmächtig gegenüber der Gewalt und Intensität der Natur (und ihren Katastrophen).

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Januar 10, 2020

Interview von Martin Frischknecht mit den beiden Referenten des Besser-Leben-Forums „Klima – Bewusstheit – Ethik” Marc Schmuziger und Jürg Theiler

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2. Besser Leben Forum
Klima – Bewusstheit – Ethik

1. Februar 2020, Olten

Martin Frischknecht (Verleger und Chefredaktor von Spuren): Ist das Leben, welches wir führen denn nicht gut? Oder braucht es einfach noch eine Steigerung?

Marc Schmuziger (Verleger und Psychotherapeut): Ein besseres Leben hat nichts mit “Steigerung” zu tun. Die Propagation einer Lebensoptimierung, wie wir sie heute erleben, geht ja von einem Mangel aus und versucht uns dann etwas schmackhaft zu machen, das wir uns leisten sollen. So funktioniert die Werbung. Und oft kaufen wir dann etwas, weil wir uns mangelhaft oder ungenügend fühlen. Die Integrale Politik wie auch die Ökopsychologie geht aber davon aus, dass “weniger mehr ist” und dass es nicht alleine äusserer Besitz ist, der glücklich macht, sondern eine innere Haltung oder innere Werte. In diesem Zusammenhang wird auch gerne der Begriff der “Suffizienz” gebraucht, der genau dies meint - nämlich, dass wir mit einer gewissen Genügsamkeit weitaus besser leben können als in diesem Überfluss an Sensationen und Gütern.

Jürg Theiler (Ökonom und Tiefenpsychologe): Was gut oder nicht gut ist, entscheiden die Instinkte, die Gefühle und der rationale Verstand. Das sind die Wünsche und Funktionen der Instinktiven-, Affektiven- und Instrumentellen Intelligenz. Es sind nur Teilsysteme der Psyche. Sie beantworten nur Teilaspekte des Lebens. Die Frage, die das ganze Leben an uns stellt ist: Was ist richtig und was ist falsch? Diese Frage stellt und beantwortet nur die Empathische Intelligenz, die wir auch Seele nennen.

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Januar 10, 2020

Ökotopie – Jenseits des Umweltschutzes. Von Andrew Sweeney

Logo Integrale PerspektivenSeit einiger Zeit setzt sich mein Freund und Podcast-Partner, der schwedische Philosoph Alexander Bard, für den Begriff Ökotopie statt Umweltschutz ein. Anstatt auf die politischen Auswirkungen einzugehen, möchte ich lieber auf diesen möglichen Wandel aus metaphysischer, visionärer Sicht eingehen. Wegen der Moralpanik im Zusammenhang mit der kommenden Apokalypse und dem allgemeinen dystopischen Dunst in der Luft ist dies vielleicht schwer durchführbar. Aber was wäre, wenn wir anfangen würden, an Ökotopie als einem positiven, konstruktiven, ja religiösen Konzept zu arbeiten – wenn es um die Betrachtung der Umwelt geht?

Das Problem mit dem Umweltschutz als Idee, bei all seinen noblen Zielen, besteht darin, dass er leicht zu dem verkommt, was John Vervaeke eine „pseudoreligiöse Ideologie” genannt hat. Wir sind gezwungen, an einige einfache Artikel zu „glauben", ohne dass wir studieren oder mutig unser Leben in den Dienst dieses Glaubens stellen müssen. Der Umweltschutz wird auf eine mittelmäßige Beschwerde reduziert: eine Form der Greenwashing von Unternehmen auf der einen Seite und ein Tribunal für soziale Gerechtigkeit auf der anderen Seite. Er neigt dazu, zu einem jugendlichen und naiven Angriff auf das „System” zu verkommen, das in jeder Hinsicht als böse angesehen wird. Der Umweltschützer – als naive Ideologie – wird zu einem Über-Ich der flachen Moral.

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Januar 10, 2020

Der Wandel des (geistigen) Klimas. Von Dennis Wittrock

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Ein kritisch-integraler Blick auf die Klimadebatte mit Michael E. Zimmermann

Michael E. Zimmermann ist Professor für Philosophie an der University of Colorado in Boulder, sowie zusammen mit Sean Esbjörn-Hargens Co-Autor des kürzlich erschienenen Grundlagenwerks „Integral Ecology“. Wer wie ich über einen gewissen Zeitraum die apokalyptischen Prognosen in bezug auf den Klimawandel und die globale Erwärmung sorgenvoll in den Medien verfolgt hat, der wird wie ich überrascht sein, ausgerechnet von einem der führenden Integralen Ökologen große Skepsis und Vorbehalte auf dieses von aller Welt als Tatsache gehandelte Themazu hören.

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Januar 10, 2020

Buchvorstellung: „Integrale Ökologie” von Sean Esbjörn-Hargens und Michael Zimmerman

Logo Integrale PerspektivenEs gibt heute eine Vielzahl von unterschiedlichen Perspektiven zu Ökologie, Natur und auch der drohenden Klimakatastrophe, die sich nicht selten grundlegend widersprechen.
Doch wie können wir all diese wertvollen Ansichten auf die natürliche Welt – formuliert von vielen Wissenschaftlern, Ökologen, Aktivisten und Philosophen – vereinen und zu einer umfassenden Perspektive kommen, um unsere Umweltprobleme effektiv in den Griff zu bekommen und in einem angemessenen Einklang mit unserer natürlichen Umwelt zu leben?
Integrale Ökologie wendet die Integrale Theorie Ken Wilbers auf unsere Umwelt und unser Verständnis der Natur an, und integriert damit all die unterschiedliche Theorien, Ansätze und wertvollen Einsichten in einem umfassenden Modell, welches unmittelbar umgesetzt werden kann.

Einleitung: Wem gehört die Umwelt?

Das „Haupthindernis“, das beseitigt werden muss, um den evolutionären Prozess der [Umwelt-] Ethik ins Fließen zu bringen, ist einfach Folgendes: Verstehen Sie das Nachdenken über angemessene Landnutzung nicht mehr nur als eine ökonomische Frage. Untersuchen Sie jede Frage diesbezüglich nach den Kriterien, ob es sowohl ethisch und ästhetisch richtig als auch ökonomisch nützlich ist. Etwas ist richtig, wenn es dafür sorgt, dass die Integrität, Stabilität und Schönheit der biotischen Gemeinschaft erhalten und gefördert wird. Es ist falsch, wenn es zum Gegenteil führt.

Aldo Leopold

Bist du Umweltschützer oder verdienst du dir dein Geld selbst?

Autoaufkleber, beliebt bei Holzfällern in Oregon, USA

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Januar 10, 2020

Podcast: Tom Amarque im Gespräch mit Sean Esbjörn-Hargens über Integrale Ökologie – in englischer Sprache

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Esbjoern Hargens Sean

Sean is a global leader in the application of integrative thinking to leader development, organizational design, and mixed-methods design. In 2011 he founded MetaIntegral a social impact network that supports change leaders around the world in applying integrative principles. Sean’s passion lies at the intersection of design, integral theory, and embodiment. He has published and edited numerous articles, chapters, and books. His most recent book is Metatheory for the Twenty-first Century.

We talked about diffferent apporaches to integral ecology, his thoughts on FfF und XR, about stages of ecological awareness and action, the realization of “at the same time it all gets better, worse and is already perfect”, about polarities and the positiv effects of the Trump years, as well as his MetaImpact framework to create healthy ecologies/environments for companies and consciousness. Great Stuff. Do it up!

 

 

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Januar 10, 2020

Integrale Ökologie. Von Hilde Weckmann

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win – win – win für die Menschen, alle Wesen und die Umwelt

Ökologie ist außerordentlich komplex - daher ist der integrale Ansatz besonders gut geeignet, um Lösungen für die herausfordernden Probleme unserer Zeit zu finden. Das ist auch der Grund, warum das State of the World Forum mit diesem Ansatz arbeitet. Viele Entscheidungen, die z. B. das Weltklima betreffen, fallen im moralischen Dilemma, d. h. dass zwischen teils völlig entgegengesetzten und dennoch berechtigten Interessen ein praktikabler Ausgleich gefunden werden muss.

Daher gibt es die so sehr gewünschten einfachen Lösungen nicht. Meist geht es darum, dass alle Beteiligten auf Teile ihrer Wunschvorstellungen verzichten. Einzelindividuen und Interessengruppen haben durchaus berechtigte Anliegen und lernen manchmal erst über schwierige Erfahrungen, zu kommunizieren und Ergebnisse auszuhandeln. Wenn dabei aus AQAL-integraler Sicht wenigstens alle vier Perspektiven und einige Ebenen im Bewusstsein gehalten und berücksichtigt werden, sind die Chancen deutlich besser, in Richtung Win-Win-Win (für die betroffenen Parteien und die Umwelt) zu gehen.

Bislang sind die Machtunterschiede groß und weltweit wird der unverantwortliche Umgang mit Ressourcen nach wie vor eher belohnt als bestraft. F. J. Radermacher beschreibt es in ‚Global Impact‘ eindringlich, es ist manchmal wie ein Gefangenendilemma, wo diejenigen, die das eigentlich Richtige tun, dadurch zunächst Nachteile in Kauf nehmen und die anderen kurzfristig Vorteile erlangen. Dazu kommt, dass im ökologischen Umfeld die Retroromantik blüht, prä- und postmodern Orientierte pflegen hartnäckig antimoderne Ressentiments und favorisieren unterkomplexe Lösungsansätze. Monofokussierte Nichtregierungsorganisationen vertreten nicht selten nur partikulare Interessen, Perspektiven, Ebenen.

Wir können die Perspektiven der Quadranten nutzen, um Wissen zu generieren, Herausforderungen zu diagnostizieren und Lösungswege zu beschreiben.

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Januar 10, 2020

Pflege der Seele – Heilung der Erde. Einführung in die Ökopsychologie. Von Michel Maxime Egger

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Vorwort des Übersetzers und Herausgebers

„Pflege der Seele – Heilung der Erde“ – so lautet der Titel dieses Buches, und was es mit diesem Titel für eine Bewandtnis hat, möchte ich in diesem Vorwort kurz darlegen. Wie der Titel suggeriert, soll eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Wohlergehen der menschlichen Seele – in diesem Buch allgemein als Psyche verstanden – und der Gesundheit unserer Welt bestehen. Um diese Verbindung klarer zu machen, möchte ich vorgängig zwei Fragen aufwerfen, deren Beantwortung die Interdependenz von Seele und Natur aufzeigen soll.

Kann der Mensch ohne die Natur sein?

Nein, denn er ist ja selbst Natur, und wenn er die Natur zerstört, zerstört er auch sich selbst. Selbstverständlich könnte er sich eine künstliche Umwelt schaffen, sogar mit künstlichem Essen, künstlicher Atemluft, künstlichen Vitaminen, Organen und Robotern, die ihm eine Art Beziehung vorgaukeln. Tief in sich selbst wird er aber immer seine Beunruhigung verspüren, dass die von ihm geschaffene, künstliche Welt seiner Kontrolle entgleiten könnte. Infolgedessen wird er versessen sein, Kontrolle auszuüben, bei der alles geregelt und zu optimiert wird. In steter Alarmbereitschaft wird er an seinem künstlichen Regelwerk herumschrauben, weil er die Übersicht über die Folgen seines Handelns zunehmend verliert. Das klingt nach Science-Fiction, ist es aber nicht. Wir sind auf allerbestem Wege, uns eine Umwelt zu schaffen, die künstlich und kontrolliert ist. Und wir entfremden uns immer mehr von der Natur und fühlen uns dadurch wie in einem Blindflug, den Bordinstrumenten unserer Zivilisation ohnmächtig ausgeliefert.

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Januar 10, 2020

Führung durch die Seele. Von der Zerstörung zur Erfüllung. Von Jürg Theiler

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Von den Tränen zum Lächeln

Um das Leben zu erfüllen,
müssen Sie es erkennen.

Das Leben, Ihr Leben, ist eine Tragödie. Sie können sie nicht verhindern. Sie ist schon da. Sie ist in Ihrem Innern gespeichert. Sie ist das Programm Ihrer Psyche, Ihres Lebens. Aber Sie können sie erkennen und im Erkennen auflösen.

Theiler Juerg Fuehrung durch die SeeleAuf dem Umschlag des Buches sehen Sie eine Person, die am Rande des Meeres auf das Zentrum eines Labyrinths zugeht. Die Person sind Sie.

Es ist das Bild aus einer mythologischen Erzählung. Sie stellt die Protagonisten des Lebens, Ihres Lebens, dar. Die Akteure sind Theseus, das Aktionsprinzip, Ariadne, das Rezeptionsprinzip, und Minotauros, der Schatten.

Das Labyrinth ist ein Symbol, ein Bild, für den Hades, die Hölle, das Dunkle, das Furchterregende, das Destruktive – der Irrweg. Im Labyrinth herrscht Minotauros, der Stiermensch, der Tiermensch. Er frisst die Kinder, die ihm geopfert werden. Er ist aus der Kopulation, aus der Verbindung von Pasiphae, der Königsgattin, und Poseidon, dem Schattenbruder von Zeus, erwachsen.

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Januar 10, 2020

Buchauszug aus „Change the Story, Change the Future: Weltsichten und ökonomischer Wandel” von David C. Korten

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Vom Täter zum Heiler

Eine wachsende Anzahl von Beweisen deutet darauf hin, dass die Menschen die bestimmende Kraft sind, um jene generativen Systeme zu gestalten, die die Erde als lebendiges Wesen erhalten. Daher nennt man manchmal unsere geologische Epoche auch das Anthropozän – das Zeitalter des Menschen.
Umweltschützer betonen immer wieder die Notwendigkeit, dass wir lernen müssen, innerhalb der Grenzen und Möglichkeiten von der Erde zu leben, um unseren Verbrauch abzudecken. Diskussionen darüber geschehen jedoch meistens in einem mechanistischen Kontext, so als ob die Erde einer Maschine gleicht, die immer auf dieselbe Menge Wasser und Nahrung erzeugt und über ein stabiles Klima verfügt.

Phaenomen Korten

Die Erde ist aber keine Maschine. Sie ist ein lebendiger Organismus. Ihr Reichtum und ihre Fähigkeit, menschliches Leben zu unterstützen, hängt von der Gesundheit ihrer komplexen und voneinander abhängigen lebenden Systeme ab. Je mehr wir sie missbrauchen, je schlechter ihre Gesundheit, umso ärmer werden ihr Boden, ihre Flüsse, ihre Wiesen und Wälder. Ihre Quellen und Flüsse vertrocknen. Ihre Wüsten dehnen sich aus. Ihr Drangsal drückt sich in zunehmend zerstörerischen Wettermustern aus. Die Temperaturen steigen. Die Eiskappen schmelzen. Die Ozeane werden sauer. Wind und Brandung werden gefährlicher. Feuchte Gebiete werden noch feuchter, trockene Gebiete noch trockener. Berghänge erodieren. Waldbrände geraten außer Kontrolle. Küstengebiete werden überflutet. Die Fähigkeit der Erde, Leben zu begünstigen – einschließlich des menschlichen Lebens – vermindert sich.

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Januar 10, 2020

Podcast: Tom Amarque im Gespräch mit David C. Korten über Weltsichten und Ökonomie – in englischer Sprache

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David C. Korten ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Ökonomie. Er ist Club-of-Rome Mitglied, Besteller-Autor und erfüllt im Wesentlichen alle Kriterien, als 'weise' zu gelten. Im Podcast spricht er über sein neues Buch, über Kosmologien und Geschichten sowie über unsere möglichen Zukünfte.

  

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Januar 10, 2020

Buchauszug: Nationales Denken, globale Krise (Destruktiver globaler Wettbewerb). Von John Bunzl und Nick Duffell

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Destruktiver globaler Wettbewerb

Der Neoliberalismus hat sich, wie wir wissen, in den 1970er Jahren durchgesetzt, und basierte auf einer wirtschaftlichen Vision, die nicht nur Politiker und Eliten, sondern auch den einfachen Menschen auf der Straße begeisterte. Sie wurde durch bewusste politische Entscheidungen nationaler Politiker, insbesondere von US-Präsident Ronald Reagan und der britischen Premierministerin Margaret Thatcher, verwirklicht. Doch das zentrale Argument dieses Buches ist, dass seit etwa Mitte der 80er Jahre die Umsetzung neoliberaler Politiken nicht mehr die freie Wahl von Politikern war, sondern stattdessen eine ganz eigene Dynamik annahm. Es war, als ob die Wirtschaftsführer plötzlich auf Autopilot fuhren.

Sobald der internationale Wettbewerb ein gewisses Maß an Integration und Intensität erreicht hatte, sobald sich der globale Markt – und insbesondere die Finanzmärkte – bis zu einem gewissen kritischen Tipping-Point entwickelt hat, reichte der dadurch erzeugte globale Wettbewerbsdruck selbst aus, um die Regierungen automatisch zu einer immer tieferen Anwendung neoliberaler Strategien zu bewegen. Der Teufelskreis des destruktiven globalen Wettbewerbs (DGW) war so weit fortgeschritten, dass er sich selbst aufrechterhalten konnte. Sobald multinationale Konzerne und globale Investoren die Fähigkeit erlangt hatten, Kapital und Tausende von Arbeitsplätzen nahtlos über die Landesgrenzen hinweg zu transportieren, war der Geist der Flasche entwichen und der Teufelskreis in Gang gesetzt. Ohne es zu realisieren wurden die Regierungen dann in das endlose Streben der ‚internationalen Wettbewerbsfähigkeit‘ verwickelt – gefangen in dem Spiel, sich gegenseitig bei der Senkung von Steuern und Vorschriften zu übertreffen, um Arbeitsplätze zu erhalten und Investitionen zu tätigen. Von da an zog der DGW Politiker und Regierungen in ihren zerstörerischen Wirbel und läuft nun unabhängig von der Kontrolle aller.

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Januar 10, 2020

Buchvorstellung: „Ist es naiv, an eine andere Politik zu glauben? (Werner Kaiser)”. Von Gary Zemp

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Viele Probleme unserer Zeit wurzeln in einer Sinnkrise. Institutionen wie Staat und Kirche haben an Autorität verloren. Was ist noch wahr? Was ist noch richtig? Wie findet sich eine Gesellschaft zurecht ohne gemeinsame geistige Grundlage?

Dieses Buch orientiert sich an der Vision einer integralen Gesellschaft. Diese gründet auf einem gewandelten, umfassenden Bewusstsein. Sie grenzt sich ab gegen eine ausschliesslich wissenschaftsgläubige und technokratische Welt. Sie betrachtet die Positionen Andersdenkender nicht als Provokation, sondern als bereichernde Ergänzung. Sie orientiert sich am Lebensdienlichen und Sinnhaften. Und sie schöpft die Möglichkeiten unserer Zeit aus zum Wohl des Ganzen.

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November 26, 2019

Integraler Salon Heidelberg unter neuer Leitung wieder eröffnet

Der Integrale Salon in Heidelberg ist unter neuer Leitung wieder eröffnet worden. Nächstes Treffen ist am ist am 28. November. 
Willst du teilnehmen an einem Abend klaren Denkens und körperorientierter Praxis? Auf der Basis der Integralen Theorie erforschen wir die Grenzflächen und oft unsichtbaren Überschneidungen von Denken, Wissen, Körperempfindung, Intuition und Mystik.

Willst Du gemeinsam mit uns eine tiefere Ordnung zwischen Eros, Kosmos und Logos ergründen? Wie wahrhaftig, wie meditativ, wie körperlich können und müssen wir dazu sein? Wie geht Erweiterung, wenn nicht mit Anerkennung dessen, was wir vorher waren?

November 24, 2019

5 Jahre VIAL: „Netzwerk für eine humane und nachhaltige Baukultur”
„Verein Integrale Architektur und Lebensraumentwicklung” (VIAL) feiert fünfjähriges Bestehen

Logo VIALFür eine neue Dimension des nachhaltigen Bauens setzt sich der «Verein Integrale Architektur und Lebensraumentwicklung» (VIAL) ein. Wie wollen wir in Zukunft wohnen und leben? Wie sollten unsere Städte aussehen? Und wie lässt sich eine disziplinübergreifende Bau- und Lebenskultur etablieren? Diese Fragen beschäftigen die Mitglieder, seit der VIAL am 29. November 2014 im Kloster Kappel in der Schweiz gegründet wurde. Zum fünfjährigen Bestehen möchte der Verein nun sein Netzwerk im deutschsprachigen Raum erweitern.

„Viele Menschen spüren, dass ein gesellschaftlicher und politischer, ein ökonomischer und ökologischer Wandel begonnen hat, was auch dringend notwendig ist”, sagt VIAL-Präsident Stefan Kessler. ”Bei dieser Grunderneuerung möchten wir uns aktiv einbringen und mitgestalten.” Ziel sei es, den Wandel auch in der Architektur zu erreichen: von der fortschreitenden Spezialisierung im Bauwesen hin zu einer ganzheitlichen Betrachtung, zu mehr Sinnhaftigkeit.

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November 14, 2019

Editorial: Integrale Ästhetik und Kunst

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„Ästhetik” bedeutet, da ich den Begriff im weitesten Sinn verwende, die direkte Auffassung der Form, und zwar in jedem Bereich. In diesem weiten Sinn ähnelt er ziemlich dem Empirizismus im weiten Sinn: sensorischer Empirizismus, mentaler Empirizismus, spiritueller Empirizismus. Mit der Differenzierung der Moderne entschied sich die westliche Philosophie in der Nachfolge Kants dafür, Spiritualität zum größten Teil zu einem Gegenstand intersubjektiver Moral zu machen (Unten Links), anstatt zu sehen, dass authentische Spiritualität auch Gegenstand unmittelbarer persönlicher Erfahrung eines radikalen Empirizismus, unmittelbarer Phänomenologie und – in jeder dieser Bedeutungen – der ästhetischen Auffassung (Oben Links) ist.

Für die großen kontemplativen Traditionen ist spirituelle Erfahrung eine direkte „innere” Auffassung unmittelbarer Formen im Bewusstsein, die sich von grobstofflichen Formen zu subtilen Formen entfalten, die schließlich in kausale Formlosigkeit übergehen, zu Formen also, die immer sublimer (ästhetisch) werden. Zu Spiritualität gehört auch das intersubjektive Teilen dieser Formen in Moral, Ethik, Sangha und Diskurs, aber sie kann nicht (anders als für Kant) auf reine moralische Gebote reduziert werden.

Enger (und traditioneller) benutze ich „Ästhetik” auch in der Bedeutung der Auffassung von Formen, die als angenehm, schön, sublim beurteilt werden; als die subjektiven Urteile, um die es geht, wenn man Formen als schön bezeichnet; und die ganze Sphäre der Kunst, des künstlerischen Schaffens und der Kunstkritik. Schönheit ist die Tiefe eines Holons oder eine Transparenz für den GEIST. Kunst ist alles mit einem Rahmen drumherum.

Ken Wilber (aus: Integrale Psychologie, Arbor Verlag 2001, S. 281)

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November 14, 2019

Kadō – wenn sich der Blumenweg neue Zugänge bahnt

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von Kaisan Daniela Borschel

Das Hauptelement von Ikebana ist nicht die Blume,
sondern der GEIST, sie – die Blume – zum Leben zu erwecken.

Sofu Teshigahara

In diesem Beitrag zeige ich auf, wie ausgewählte ästhetische Prinzipien der japanischen Kultur mir die Augen geöffnet und das Herz geweitet haben, wie meine beständige Übung als Schülerin, Lehrerin und Meisterin des Ikebana in Form des Blumenweges, kado, wertvoll in sich ist. Wie die Praxis mit diesen Prinzipien eher westliche Zugänge einer integralen Lebenspraxis oder eines kontemplativen Weges sinnvoll ergänzen kann und allen offen steht, die sich einzulassen bereit sind. Dieses Essai möchte bewusst keine detaillierte Analyse der Prinzipien sein. Es belässt es bei einzelnen Beispielen zu ausgewählten ästhetischen japanischen Leitlinien aus mehreren. Ich wage mich, im Bewusstsein zu schreiben, dass meine kulturellen Prägungen so anderen ästhetische Prinzipen gehorchen möchten und ich daher immer wieder die Perspektiven zu schauen habe. Meine Wahl fiel auf eine poetische Sprache, anstatt einer von integralen Begriffen gespickten Sprache, um das Blumenherz, hana-no-kokoro, das religiös-zeremonielle des Ikebana, zu betonen. Was fällt heraus, was klingt an, wo geht es hin?

Borschel kado ikebana kirschbluetenfest 2012 foto peter baumann

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November 14, 2019

Ken Wilber über Das Wahre, Schöne, Gute

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Wenden wir uns der Frage zu, was Kunst letztlich ist. Wenn man zum Beispiel ein großes Werk von van Gogh betrachtet, gewahrt man, was aller großen Kunst gemeinsam ist:

Die Fähigkeit, uns den Atem zu nehmen, uns ganz buchstäblich innerlich den Atem anhalten zu lassen, zumindest während der ersten Sekunden, in denen man es gewahrt oder es, um genauer zu sein, in unser Wesen eindringt... In diesem Zustand der Betrachtung will man nichts von diesem Objekt; man möchte es einfach betrachten, man möchte, dass dies niemals aufhört. Man möchte es nicht essen, es nicht besitzen, nicht vor ihm davonlaufen und es nicht ändern: Man möchte einfach schauen, betrachten, es niemals zu Ende gehen lassen ...

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November 12, 2019

Feng Shui – die inhärente Ordnung der Welt

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von Silke Nierfeld

Feng Shui 01Feng Shui hat ein Image als triviale New Age Dekorationslehre, dabei könnte authentisches Feng Shui nicht weiter von Trivialität entfernt sein. Authentisches Feng Shui ist die Lehre vom Wandel und dieses Wissen ist heute wertvoller als je zuvor. Diese Lehre liefert nicht nur ein holistisches Bild der Welt und ihrer Lebensgesetze, sie stellt zahlreiche Tools zur Verfügung, um Ganzheit, Gesundheit und Entwicklung zu bewirken.

Östliches und westliches Denken

Die Wege des Ostens und des Westens das Universum und die Welt zu entschlüsseln waren konträr. Im Osten betrachtete man das Universum als einen sich selbst organisierendes, lebendiges Wesen, ein Holon, dessen Wirkprinzipien man durch kontemplative Betrachtung zu erkennen versuchte. Das Kernstück dieser Weltsicht ist die grundsätzliche Einheit des Universums.

Im Westen ist man den umgekehrten Weg gegangen und hat durch Zerlegung der Dinge in ihre Einzelteile die Bausteine des Universums analysiert. Die Eigenschaften von Einzelteilen wurden generalisiert und zu Gesetzen vereinheitlicht. Der Vorgang der Generalisierung lässt keinen Raum für ungeordnete Lebendigkeit, so dass lebendige und emergente Teile ausgeschlossen wurden. Für die Entwicklung von klassischer Physik und Technik war diese Strategie förderlich, für andere Bereiche sehr problematisch. Aus der Fortführung der mechanisierenden Abstrahierung entwickelte sich das Cartesianische Weltbild, die Trennung von Geist und Materie.

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Was ist „integral”?

Lesen Sie die Antwort kompakt auf 16 Seiten in unserem Kurz-Glossar.

Was ist integral Schatten

Download Glossar: Was_ist_integral.pdf 

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