• Integrales Forum

Die neuesten Beiträge, Übersetzungen und Infos des Integralen Forums:

April 11, 2021

Neuer Salon Dortmund/Aachen startet Juli 2021

Salon Aachen Dortmund Heiko Veit Salon Aachen Dortmund Treya KochUnter dem Motto: „Aus dem Erleben – über die Landkarte – in die Erfahrung von Einzigartigkeit und Gemeinschaft“ stellen Heiko Veit und Treya Koch mit dem neuen Salon Dortmund/Aachen einen Raum zur Verfügung, in dem sich Menschen mit Denken, Fühlen, Spüren und Sein begegnen. Damit erkunden sie, wie sich Einzigartigkeit und Unterschiedlichkeit in Gemeinschaft bereichern.

Dieses Salonangebot ist eine Neugründung und beginnt am 02.07.2021 in einer hybriden Version: online und Aachen Innenstadt. Bitte informiere Dich aktuell je nach Termin, ob es sich um einen Hybrid, Online- oder Live-Salon handelt. Weiterlesen

April 01, 2021

IF Online-Mitgliedertreffen 2021

30.4.-1.5.2021

"Integrale Bewegungsräume"

 „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ (Martin Buber)silhouette music light sunlight crowd celebration 770540 pxherecom

Wie gestalten wir unsere integralen Begegnungsräume?

Ob Salons, Konferenzen, Events, Workshops, Meetings, Talks – um integral zu sein, bedürfen sie alle einer Kultur, die Spannungen fruchtbar halten kann, die unterschiedliche Perspektiven quer durch den ganzen AQAL-Raum zu integrieren vermag.

Auf dem Mitgliedertreffen soll nicht nur über die Kulturen in unseren Kreisen, Salons und Initiativen berichtet werden. In gemeinsamer Praxis wollen wir die Fortentwicklung einer integralen Kultur erforschen und erproben.

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Der Tanz soll uns dabei als ein zentrales Element dienen, als Übung wie als Metapher. Tanzend durchqueren wir Stufen und Zustände, im Tanz sind wir in Kontakt mit Körper und Gefühlen, spielerisch erkunden wir individuelle und kollektive Räume.

Tanz spielt im äußeren und inneren Raum mit Körper, Rhythmus, Bewegung und Begegnung. Wir wagen das Experiment, trotz der physischen Distanz, die das Online-Format zwischen uns schafft, Verbundenheit im kollektiv-inneren Raum (Quadrant Links Unten) herzustellen.

Damit die Begegnung kein Selbstzweck bleibt, geht es schließlich auch um gemeinsame Intentionen, um aus unseren Begegnungsräumen heraus wirksam nach außen gehen zu können.

Willkommen sind alle Mitglieder und Partner:innen des Integralen Forums, aber auch Neugierige, die gerne im IF aktiv werden wollen.

Weitere Informationen zum Treffen hier in der Veranstaltungsübersicht.

 

März 31, 2021

Integrale Jahresgruppe Minden ergänzt Salonlandschaft

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Die Jahresgruppe Integraler Dialog von Helmut Dörmann ergänzt neu das Salonangebot des IF e.V.  als Integraler Salon Minden II.

Sie versteht sich als ein Gruppenaustausch im integralen, dialogischen Sinn und geht Fragen nach, die persönliches Wachstum unterstützen. Es werden ergänzend Fragen gesellschaftlicher Natur im Dialog erforscht.

Helmut Dörmann, langjähriges IF Mitglied und DIA-Partner bezieht sich in seinem Wirken auf eine integrale, spirituelle Lebenspraxis. Stärkung und Entwicklung unserer Seelenkraft liegt ihm als evolutionäre Notwendigkeit und als tiefes seelisches Bedürfnis am Herzen.

Anmeldung und weitere Informationen zum Salon hier

 

März 10, 2021

Kreis Führung und Schatten im IF stellt sich vor

if news butterfly kreis fuehrung und SchattenEs gehört zur integralen Bewusstseinsstufe, regelmäßig Schattenarbeit mit sich persönlich und innerhalb einer Organisation zu machen. Der Kreis Führung und Schatten fördert das sowohl bei Personen als auch im System und in regionalen Kulturen, sowohl in den vielfältigen Rollen des Führens als auch im Geführt werden und ebenfalls im öffentlichen Auftritt, in der Binnenkultur und in der gesellschaftlichen Mitverantwortung der Organisation.

Der Kreis Führung und Schatten des IF e.V. beabsichtigt primär, Grundlagen über Schatten, Schattenarbeit und integrale Führung aufzuarbeiten und zur Verfügung zu stellen.

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Februar 20, 2021

Podcast: Cordula Frei im Gespräch mit Jeremy Johnson: Jean Gebser – Ursprung und Gegenwart

in englischer Sprache

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Januar 21, 2021

Inhalt Integrale Perspektiven – Januar 2021

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Januar 2021:
Durch die Welt sehen

Sonderausgabe in Zusammenarbeit mit der Gebser Gesellschaft Bern

Durch die Welt sehen

Januar 21, 2021

Editorial – Durch die Welt sehen

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Liebe Leserinnen und Leser der Integralen Perspektiven,

wir freuen uns das Neue Jahr mit dieser Sonderausgabe über den Kulturphilosophen Jean Gebser in Zusammenarbeit mit der Gebser Gesellschaft Bern vorzustellen.

Jean Gebser war ein deutsch-schweizerischer Philosoph, Schriftsteller und Übersetzer. Er gilt als einer der ersten kulturwissenschaftlich orientierten Bewusstseinsforscher, die ein Strukturmodell der Bewusstseinsgeschichte des Menschen etabliert haben. Geboren am 20. August 1905 in Posen als Hans Karl Rudolf Hermann Gebser starb er am 14. Mai 1973 im Alter von 68 Jahren in Bern.

«Ursprung und Gegenwart»

Jean Gebser hat in seinem Hauptwerk einen wesentlichen Beitrag zur Bewusstseinsphänomenologie geleistet. Er hat bereits in den 50er Jahren des 20. Jh. darauf hingewiesen, dass unsere Epoche eine Übergangsepoche ist, vergleichbar etwa mit der Übergangszeit um 600 v.Chr., als in Griechenland (parallel dazu in Indien und China) der Mensch den Schritt vom Mythos zum Logos zu leisten hatte.

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Januar 21, 2021

Die Jean-Gebser-Reihe (JGR) im Verlag Chronos, Zürich. Von Elmar Schübl

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„Ursprung und Gegenwart“

„Lass mir diese, meine Stimme“

„Vom spielenden Gelingen“

„Ein Mensch zu sein“

„Eine Freundschaft“

Gebser JeanDas sind die prägnanten, klangvollen und auch stimmigen Titel der fünf Bände unserer neuen Jean-Gebser-Reihe (JGR) bei Chronos, deren vierter Band Ein Mensch zu sein im Herbst 2020 erschienen ist. Der neuste Band umfasst autobiografische Texte, Aphorismen und Notizen sowie Gedichte. Es ist wieder ein überaus ansprechendes Buch geworden. Für die schöne Gestaltung und die gute Betreuung gilt mein Dank dem Verlagsleiter Hans-Rudolf Wiedmer und seinem ganzen Team, das mit großer Sorgfalt und viel Gespür wieder eine tolle Arbeit geleistet hat. Herzlich bedanken möchte ich mich auch beim Vorstand der Gebser-Gesellschaft, der das Editionsprojekt nach Kräften unterstützt und fördert.

Ein Mensch zu sein ist bereits der vorletzte Band der JGR. Die Herausgabe der auf fünf Bände konzipierten Reihe bei Chronos ist ein sehr ambitioniertes Projekt, das Rudolf Hämmerli und mich schon zehn Jahre beschäftigt. Wir haben als Herausgeber von vielen Menschen Unterstützung erfahren; aus diesem Kreis seien drei genannt: Gina Maria Schneider und Lukas Dettwiler, die maßgeblich zur Herausgabe von Lass mir diese, meine Stimme beigetragen haben, und Magnus Wieland, der im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA, Bern) für Gebsers Nachlass zuständig ist. Es ist wirklich eine Freude mit ihm zusammenarbeiten! Seine Unterstützung war diesmal besonders wichtig, weil viel bislang Unveröffentlichtes in Ein Mensch zu sein erstmals abgedruckt ist. Sie dürfen sich also auf so manche Entdeckung bei der Lektüre des neuen Bandes freuen!

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Januar 21, 2021

Erinnerungen an Jean Gebser. Von Rudolf Hämmerli

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«genauer Umriß und genaue Zeichnung
auf einem Hintergrund von Himmel und von Schnee»
Jean Gebser

 

Dieser vierte Band der Gebser-Reihe enthält unter der Gesamtüberschrift «Ein Mensch zu sein» vieles, das biografisch ist: «Die schlafenden Jahre», der autobiografische Roman von Jean Gebsers Kindheit und Jugend, sein kurzes Traumbuch, die Tagebuchnotizen und Aphorismen des Spiegelbuches des Hintergrundes. Die Texte sind zwar im Zusammenhang mit seinem philosophischen Werk zu lesen, aber es ist auch der Mensch Gebser, der darin deutlich in Erscheinung tritt. Deshalb finde ich es sinnvoll, meine Erinnerungen an die Begegnungen mit Jean Gebser für diesen Band zusammenzufassen. Was mir Gebser erzählt hat, worauf er mich hingewiesen hat, wozu er mich angeregt hat, kann eine Ergänzung sein, zu dem, was als Wink und Hinweis in den Aphorismen des Spiegelbuches zu finden ist. Die schlafenden Jahre der Kindheit und Jugend Gebsers können hier eine Ergänzung finden in den letzten Jahren Gebsers, in denen ich das Glück hatte, diesem hellwachen Menschen und Lehrer der aperspektivischen Welt begegnet zu sein.

Gebser war für mich bereits ein alter Mann, als ich ihn persönlich kennenlernte, es waren die drei letzten Jahre seines Lebens. Ich war ein 20-jähriger Student. Er hatte ein reiches Leben gelebt, ich war am Anfang meines Lebens. Zudem war Gebser deutlich von seiner Krankheit gezeichnet. Wenn ich bei ihm klingelte, ging es länger, bis er öffnete. Und nach dem Öffnen der Türe sass er erschöpft in einem Stuhl, der gleich neben der Türe hingestellt war, um sich darin auszuruhen. Auf seinem Gesicht aber war ein aufmerksames und freundliches Lächeln, das mich willkommen hiess in seiner Welt. Diese Welt war für mich eine Art Inselwelt. Hier betrat ich eine Insel der Ruhe, der Schönheit und der geistigen Anregung.

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Januar 21, 2021

Was ist der Mensch? Von Elmar Schübl

Logo Integrale PerspektivenBei diesem Beitrag handelt es sich um meinen Einführungstext im vierten Band der JGR mit dem Titel Ein Mensch zu sein, der im Herbst 2020 erschienen ist. Elmar Schübl

  

Ein Mensch zu sein. Das ist der Titel des vierten Bandes der Jean-Gebser-Reihe (JGR). Gebser hat ihn für sein großes autobiographisches Vorhaben gewählt. Aber von „Ein Mensch zu sein. Nachzeichnungen aus einem Leben“ gelangte letztlich nur jener Teil zur Ausführung, der seiner Kindheit und Jugend gewidmet ist. Dieser Text – „Die schlafenden Jahre“ – wurde erstmals in einem Essayband publiziert, der nach Gebsers Tod 1974 erschien. Seine zweite Frau, Jo Gebser, gab ihm den Titel „Ein Mensch zu sein. Betrachtungen über die Formen menschlicher Beziehungen“.

Die Aussage „Ein Mensch zu sein“ fordert geradezu zum Nachfragen auf. Was ist (denn überhaupt) der Mensch? Immanuel Kant maß dieser Frage eine grundlegende Bedeutung bei. Sie wurde mir mit zwei anderen Fragen zur Reifeprüfung vorgelegt, was ein heftiges und zugleich ambivalentes Gefühl auslöste. Ich fühlte mich von meinem geschätzten Philosophieprofessor Alfred Wiedl zutiefst angesprochen, denn diese Frage führte ins Zentrum meines Erkenntnisinteresses. Aber sie wurde mir im Juni 1988 zu früh gestellt, weshalb ich damals die beiden anderen Fragen wählte.

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Januar 21, 2021

Was, wenn Bewusstsein nicht ist, sondern wird? Von Fredi Lerch

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Vom 9.–11.10.2015 fand in Bern die 36. öffentliche Tagung der Jean Gebser Gesellschaft statt. – Jean Gebser? – Schade, dass man das fast vergessen hat: In Bern lebte im letzten Jahrhundert ein bedeutender Kulturphilosoph. Jean Gebser (1905–1973) kommt im preussischen Posen zur Welt. Abgebrochene Gymnasialausbildung, Bankenlehre, Werkstudent an der Humboldt-Universität in Berlin ohne Abschluss. 1931 geht er nach Spanien, pflegt Umgang mit den Künstlern der Republik (z. B. mit dem Lyriker Federico García Lorca). Zwischen 1948 und 1954 schreibt er in Burgdorf sein zweibändiges philosophisches Hauptwerk «Ursprung und Gegenwart». Ab 1955 lebt er an der Kramgasse 52 in Bern, gehört spätestens seither zur legendären KünstlerInnen-Szene im Café du Commerce. 1965 erhält er den Literaturpreis der Stadt Bern, 1967 wird er zum Honorarprofessor für vergleichende Kulturlehre an die Universität Salzburg berufen (kann das Amt aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten). 1969 zieht er an die Sandrainstrasse 109, wo er am 14. Mai 1973 stirbt. Begraben wurde er auf dem Friedhof Wabern, seit 2007 erinnert dort eine Gedenkstele an ihn. Vom archaischen zum integralen Bewusstsein Jean Gebser war Autodidakt, hochgebildet und unglaublich belesen. Seine Erkenntnisse hat er in grossen Abhandlungen formuliert und in Vorlesungen und Reden verbreitet. Zeitlebens hat er daneben Gedankenlyrik geschrieben. Noch theoretisch komplizierte Zusammenhänge wusste er in klares und eloquentes Deutsch zu setzen. Gebser war ein herausragender Schriftsteller. Sein hauptsächliches Interesse galt der Bewussteinsphilosophie.

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Januar 21, 2021

Der Dichterphilosoph Juan Gebser Clarisel. Von Fredi Lerch

Logo Integrale PerspektivenWegen des Zweiten Weltkriegs ist ein bedeutender Europäer schliesslich in Bern hängengeblieben. Mit einer fünfbändigen Reihe will der Chronos Verlag die wichtigsten Texte von Jean Gebser greifbar halten. Im April 1955 nimmt sich mitten in der Berner Altstadt, an der Kramgasse 52, ein exakt 50-jähriger Kulturphilosoph eine Wohnung. Sofort ist er im illustren Künstlerkreis des Café du Commerce ein gern gesehener Gast, der mit überlegenem Wissen und Scharfsinn besticht und ein ansteckendes Lachen hat, das der Schriftsteller Kurt Marti im Gespräch später einmal als «dröhnend-sonor» bezeichnet hat. Sicher haben beim Rotwein in der Commerce-Runde alle gewusst, dass dieser Mann Jean Gebser (1905–1973) war, der in den letzten Jahren in Burgdorf gelebt und dort ein zweibändiges philosophisches Werk mit dem Titel «Ursprung und Gegenwart» (1949/1953) geschrieben hatte. Aber ob man auch wusste, dass er eigentlich Hans Karl Rudolf Hermann Gebser hiess, in Posen geboren worden war, ab 1932 unter dem Namen Juan Gebser Clarisel in Madrid lebte, vor und während des Spanischen Bürgerkriegs auf der Seite der untergehenden Republik als Kulturpropagandist arbeitete und insbesondere die literarische Avantgarde Spaniens mit Übersetzungen ins Deutsche und mit Essays unterstützte? Oder dass er bis zu dessen Erschiessung im August 1936 ein Freund Federico García Lorcas war? Dass er in Paris bei Pablo Picasso ein- und ausging? Dass zwölf Stunden, nachdem er im Oktober 1936 aus Madrid geflohen war, seine dortige Wohnung zerbombt wurde? Dass er danach in Valencia nur dank der Intervention von Freunden einem anarchistischen Erschiessungskommando entging? Dass er es Ende August 1939 von Frankreich her nur knapp in die Schweiz schaffte, bevor der neue Weltkrieg ausbrach? Wer weiss, vielleicht hat Gebser im Commerce ja von all dem erzählt – und bei seinen eigenen Pointen mitgelacht. Wie ein Dichter zum Philosophen wird 2015 hat der Chronos-Verlag begonnen, eine Jean Gebser Reihe zu publizieren.

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Januar 21, 2021

Der Verstand hat die Vernunft verloren. Von Fredi Lerch

Logo Integrale PerspektivenIm Chronos Verlag ist der dritte Band der Jean-Gebser-Reihe ( JGR) erschienen, sein Titel: «Vom spielenden Gelingen». Er umfasst Vorträge und Essays ab 1956, den Reisebericht «Asien lächelt anders» (1968) und die posthum erschienene Textsammlung «Verfall und Teilhabe» (1974). Eingeleitet wird der Band mit zwei Aufsätzen der Herausgeber: Elmar Schübl porträtiert Jean Gebser als «Reisende[n] und Erkunder von Bewusstseinswelten», Rudolf Hämmerlis Notizen zum hier versammelten philosophischen Spätwerk tragen den Titel «Der Einbruch des Zugleich».

Das bewusstseinstheoretische Instrumentarium

Jean Gebsers zentrale Idee, dass es hier und heute um die «Herausbildung eines neuen Bewusstseins» gehe, war dem kaum 28jährigen bereits «im Winter 1932/33 in einer blitzartigen Eingebung bewusst» geworden (S. 345). Im ersten Band seines Hauptwerks «Ursprung und Gegenwart» präsentierte er 1949 die Struktur einer ganzen Bewusstseinsgeschichte: Über die Jahrtausende sei das menschliche Bewusstsein in Mutationen übergegangen vom archaischen über das magische und das mythische in das mental-rationale. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts nun kündige sich als vierte Mutation der Übergang zum integralen Bewusstsein an. Diese fünf Bewusstseinsebenen lösten sich in der Zeit aber nicht ab, sondern seien unterschiedlich akzentuiert stets alle vorhanden. Denn: «Ursprung ist immer gegenwärtig, Gegenwart ist […] immer ursprünglich.» ( JGR Bd. 1/1, S. 63) Um diese Gleichzeitigkeit hervorzuheben, ersetzte Gebser den zeitlich gliedernden Begriff «Bewusstseinsebene» später mit «Bewusstseinsstruktur» und schliesslich mit «Bewusstseinsfrequenz»(S. 272).

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Januar 21, 2021

Der Philosoph, der am lautesten lachte. Von Fredi Lerch

Logo Integrale Perspektiven«Ein Mensch zu sein». So heisst der vierte Band der Jean Gebser-Reihe im Chronos Verlag. Ein grosser autobiografischer Text berichtet darin über die Herkunft dieses Kulturphilosophen, der schliesslich in der Berner Altstadt gestrandet ist.

Ab 1955 lebt an der Kramgasse 52 Jean Gebser. Er ist kein Berner. Er ist ein Weltbürger, der von Posen via Florenz, Madrid und Paris direkt vor dem Zweiten Weltkrieg in die Schweiz gekommen ist, zuerst für fünfzehn Jahre nach Burgdorf. Davon, was Gebser im Kopf mit sich herumträgt, weiss in der Altstadt damals kaum jemand. Und die meisten würde es auch nicht interessiert haben, dass dieser Mann unter dem Titel «Ursprung und Gegenwart» eine 800-seitige Weltgeschichte des Bewusstseins geschrieben hat mit der zentralen These, dass sich das menschliche Bewusstsein vom archaischen, magischen, mythischen über das mentalrationale entwickelt habe und sich eben in unserer Zeit in das integrale weiterentwickle.

Woran sich die Zeitgenossen in aller Regel erinnern: Gebser sitzt abends oft im «Commerce», wo sich damals die Kunstszene der Stadt trifft – und wenn er lacht, ist das ein Ereignis. Der damals kaum zwanzigjährige spätere Künstler Christian Megert hat 1992 erzählt, Gebser sei nicht sehr beliebt gewesen, weil er «immer gelacht hat wie ein Ross»: «Man wusste immer, wo Gebser war in Bern». Der Gebser-Biograf Gerhard Wehr schreibt, damals habe man gesagt: «Jeans Lache reicht vom ‘Commerce’ bis zum Zytglogge.» Und Kurt Marti hat 1984 in einer seiner «Notizen und Details»-Kolumnen geschrieben: «Vor allem konnte er lachen, wie ich selten jemanden habe lachen hören: schallend, dröhnend, sonor, wahre Lachgewitter, lang hinrollend, in der Wohnung erschütternd, in öffentlichen Lokalen ein Elementarereignis.» Ansonsten habe er, Marti, «Gebser zwar gekannt, dennoch aber verpasst».

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Januar 21, 2021

Du suchst, weil du gefunden hast. – Wege zur Selbstfindung. Vortrag von Jo Gebser (1974)

Logo Integrale PerspektivenVielleicht ist es einfach ein Zufall …

Gebser JoAn einer Vorstandssitzung der Jean Gebser Gesellschaft für die Schweiz und Europa im Herbst 2019 wurde über Jo Gebser und ihren Beitrag am Werk von Jean Gebser gesprochen.

Dabei wurde auch ein Vortrag zum Thema, den sie nach seinem Tod 1973 in Bad Boll hielt. Dieser Ort in Baden-Württemberg hat auch deshalb eine Bedeutung, weil Jean Gebser ein Jahr zuvor seinen allerletzten Vortrag Urangst und Urvertrauen genau hier gehalten hatte.

Wir freuen uns nun sehr darüber, dass Sabine Ehrlich in den letzten Tagen die Zeit fand, den umfangreichen Text zu lesen und mit Hilfe von Peter Jäggi als Aufnahme einzuspielen.

Die Aktualität des Inhaltes ist verblüffend und ist aus unserer Sicht eine wertvoller Beitrag zum derzeitigen Geschehen in der Welt.

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Januar 21, 2021

„Mit Jean Gebser ‚online‘ unterwegs…“ – eine persönliche Erfahrung. Von Dr. Walther Dreher

Logo Integrale PerspektivenIm Rahmen eines ‚Schreibvorhabens‘, das sich mit Jean Gebsers ‚Ursprung und Gegenwart‘ und anderen, seiner Publikationen, mit Otto Scharmers ‚Theorie U‘, Joseph Jaworskis ‚Source‘ und des verstorbenen Benediktiner Mönchs und Zen-Meisters Willigis Jägers ‚Geheimnis hinter allen spirituellen Wegen‘ auseinandersetzen möchte und in englischer Sprache gedacht ist, habe ich mich wieder einmal in die englische Übersetzung von Gebsers Hauptwerk mit dem Titel ‚The Ever Present Origin‘ vertieft.

Dessen Lektüre weckte die Neugier, mich ein wenig mehr über die US-amerikanische Jean Gebser Gesellschaft zu informieren. Dabei stieß ich in diesem Sommer auf Jeremy D. Johnson (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), den gegenwärtigen Präsidenten der Gesellschaft (https://gebser.org/) und Autor: ‚Seeing through the World Jean Gebser and Integral Consciousness, Revelore Press, 2019“. Der Vorstand und langjährige Mitglieder der deutschen Gebser Gesellschaft werden wahrscheinlich detaillierte Kenntnisse über die Gründung und Aktivitäten der Jean Gebser Society in den USA haben. Ich entdeckte und erfuhr dann später, dass Johnson seit drei Jahren unter anderem aktiv „mit ‚Jean Gebser ‚online‘ unterwegs“ ist.

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Januar 21, 2021

Durch die Welt sehen – Jean Gebser und das integrale Bewusstsein

Logo Integrale Perspektivenvon Jeremy Johnson

1. Auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Philosophie

Zeit ist Sein und Sein
Zeit, ist alles eine Sache,
das Leuchten, das Sehen,
die Dunkelheit im Überfluss.

Ursula K. Le Guin

STTWJean Gebser (1905-1973) war ein deutsch-schweizerischer Kulturphilosoph, intellektueller Mystiker, Dichter und Gelehrter der Evolution des Bewusstseins. Viele kennen ihn im englischsprachigen Raum für seinen meisterhaften Text Ursprung und Gegenwart (1949-1952), ein riesiger Band, der Kunst, Sprache und Menschheitsgeschichte mit viel Liebe zum Detail umspannt. Obwohl vielleicht weniger bekannt als C. G. Jung, Erich von Neumann (Ursprungsgeschichte des Bewusstseins), Pierre Teilhard (Der Mensch im Kosmos) oder Sri Aurobindo Ghose (Das göttliche Leben), bietet Gebser dennoch immense Einblicke in die Evolution des Bewusstseins für Wissenschaftler und Studenten gleichermaßen. In der Mitte des 20sten Jahrhundert lebend betrachtete Gebser seine Zeit, die wohl auch unsere ist, als eine durch Krisen ausgelöste Zeit enormer Potenzierung. Und die Möglichkeit einer Lösung in der Auflösung und der latenten spirituellen Mutation in der Menschheit, die auf eine Verwirklichung hinarbeitet. Dieses beginnende integrale Zeitalter – den Begriff der ‚integrale Aperspektivität‘ werde ich in diesem Band vorzustellen und dem Leser zu vermitteln suchen – ist nichts anderes als ein Sprung aus der Zivilisation, wie wir sie kennen (zu was, wissen wir noch nicht). Es ist ein für uns unergründliches, aber notwendiges Zeitalter, in Bezug auf das Gebser meint, dass hier ‚der geteilte Mensch durch den ganzen Menschen ersetzt wird‘. Der Schlüssel zum Verständnis dieses Sprungs ist nicht nur das intellektuelle Verständnis allein, sondern eine Form der spirituellen Klarheit, eine Anerkennung der Ganzheit, eine Warnung vor Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Zu Beginn ist das Integral eine Intensivierung der ursprünglichen Präsenz im Menschen.

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Januar 21, 2021

Dunkelheit und Licht in die Gegenwart bringen – Jean Gebser und das Prinzip der Diaphanie.

von Aaron Cheak, PhD

Logo Integrale PerspektivenIch beginne immer mehr hinter oder besser gesagt: durch die Dinge zu sehen. (Franz Marc)1

Innres, was ists? Wenn nicht gesteigerter Himmel.2 (Rainer Maria Rilke)

JEAN GEBSER (1905-1973) war ein deutscher Dichter, Philosoph und Phänomenologe des Bewusstseins. Er ist vor allem für sein gebieterisches Opus Ursprung und Gegenwart (1949/1953) bekannt, in dem er die Strukturen und Mutationen des Bewusstseins beschreibt, die den entscheidenden Veränderungen in der menschlichen Zivilisation zugrunde liegen. Gebsers wichtigste Erkenntnis war, dass das Bewusstsein, wenn es sich zu seiner angeborenen Integrität wandelt, die menschliche Ontologie und damit die Zivilisation als Ganzes drastisch umstrukturiert. Fünfhundert Jahre vor Christus veränderte sich die grundlegende Form der Wirklichkeitswahrnehmung vom Mythos zum Logos durch die Wirkung von Figuren wie Sokrates, Siddhartha und Laozi. Für Gebser stehen wir an der Schwelle einer neuen Mutation, vorausgesehen durch Gestalten wie Rainer Maria Rilke, die nach Gebsers Ansicht durch „Dinge“ in die transparente Klarheit „hinter“ die Dinge eindrangen und so zu einer neuen, a-perspektivischen Wahrnehmung der Realität vorstießen.

Die Betonung der Diaphanie (Transparenz) ergibt sich für Gebser aus der Erkenntnis, dass die Natur des Ursprungs weder primordiales Licht noch primordiale Dunkelheit ist, sondern ein Diaphainon, also das, was „sowohl die Dunkelheit als auch die Helligkeit transparent oder durchscheinend macht“.3 Diaphanie ist für Gebser eine Matrix für die rationalen Strukturen des Bewusstseins (wachsames Logos und Licht) sowie die prärationalen Strukturen des Bewusstseins (Mythos, Traum, Dunkelheit). Wie das upanischadische Konzept von Turiya (das „vierte“ Bewusstsein, das an der Wurzel allen Schlafes, Träumens und Wachens liegt) ermöglicht Diaphanie eine tiefe Öffnung für die archaischen und nächtlichen Formen des Seins – die Unterwelt und das Unbewusste – ebenso wie für das Tageslicht. In einem Brief an Georg Feuerstein schreibt Gebser:

Ich habe nie das “Dunkle” des archaischen Bewusstseins mit einer Dunkelheit des Ursprungs in Verbindung gebracht. Das archaische Bewusstsein ist nur insofern dunkel, als es noch vor dem Schlafbewusstsein “liegt”; der Ursprung selber ist transparent, umgebunden an dunkel oder hell, die blosse Manifestationsattribute sind.4

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Januar 21, 2021

Sprache im Werk von Ken Wilber. Von Dennis Wittrock

Logo Integrale PerspektivenTrue but partial - Sprache und die Manifestation des GEISTigen im Werk von Ken Wilber

 

XXVIII. Tagung der Jean Gebser Gesellschaft
Sprache und integrales Bewusstsein
Vom Sprachspiel zur Aussage
Bremen, 4.10. - 6.10.2002

Vorwort zur Online-Publikation:

Dieser Aufsatz ist die ausführliche, schriftliche Ausarbeitung eines Vortrags mit dem selben Titel, den ich im Oktober 2002 auf der 28.Tagung der Jean Gebser Gesellschaft in Bremen gehalten habe. Das Überthema der Tagung lautete "Sprache und integrales Bewusstsein. Vom Sprachspiel zur Aussage". Die inhaltliche Annäherung an dieses Thema in Verbindung mit Wilbers Theorie nimmt daher im Laufe des Textes immer wieder Bezug auf die Arbeit von Jean Gebser, wobei ich die Bekanntheit mit seiner Konzeption und seiner Terminologie vorausgesetzt habe. Für Leser, die Jean Gebser nicht kennen, sei angemerkt, dass sein Hauptwerk "Ursprung und Gegenwart" als Pionierleistung der integralen Theorie angesehen werden kann und als ein wesentlicher Eckpfeiler des A.Q.A.L Modells gilt. Es stellte meines Wissens nach die erste Kulturphilosophie, bzw. Kulturphänomologie überhaupt dar, die kulturelle Erscheinungen in Bezug zu unterschiedlichen Strukturen des Bewusstseins setzte und dadurch eine integrale Analyse und Interpretation ermöglichte. Wilber verortet Gebsers Hauptverdienste im unteren linken Quadranten, also im Bereich des innerlich-kollektiven, im WIR Bereich. Dennoch ist sein Werk nicht nur in dieser Hinsicht fruchtbar, sondern ist allein aufgrund der sprachlichen Differenziertheit und der schöpferischen Genialität und Tiefe seiner Gedanken nur zu empfehlen.

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Januar 21, 2021

Der Einbruch der Zeit – Jean Gebser aus …

Logo Integrale Perspektiven

1. Die Bewusstwerdung der Zeitfreiheit

Ein neuer Ton, eine neue Form, eine neue Sicht wird dann dort wahrnehmbar werden, wo wir heute nur Schrei und Dissonanz zu hören glauben

Der Einbruch der Zeit in unser Bewusstsein: dieses Ereignis ist das große und einzigartige Thema unserer Weltstunde. Es ist ein neues Thema und damit eine neue Aufgabe. Seine Realisierung durch uns bringt eine gänzlich neue Weltwirklichkeit mit sich: eine neue Intensität und ein bereiteres Gewahrwerden, und damit die Überwindung der Wirrnisse, welche vordergründig unserer Welt das Gepräge zu geben scheinen. Wo wir diesem Thema in den Äußerungsformen unseres Lebens begegnen, dort befinden wir uns face en face mit den ersten Manifestationen der aperspektivischen Welt. Diese Manifestationen ersichtlich zu machen, zu ordnen und unserem Bewusstsein einzuge- wöhnen, dem dient dieser zweite Teil unserer Schrift. Ein neuer Ton, eine neue Form, eine neue Sicht wird dann dort wahrnehmbar werden, wo wir heute nur Schrei und Dissonanz zu hören glauben. Und je todeswütiger sich die Äußerungen unserer zu Ende gehenden Übergangsepoche zu erkennen geben, desto lebenskräftiger werden weltverändernd die neuen in Erscheinung treten. Jeder von uns ist heute, ein jeder auf seine Weise und gleichgültig wo er sich befinde, nicht nur Zeuge, sondern wir alle sind auch Werkzeuge dessen, was Wirklichkeit wird. Deshalb ist es nötig, dass wir uns die Mittel erarbeiten, mit deren Hilfe wir diese neue Wirklichkeit auch von uns aus mitgestalten können. Ein entscheidender Schritt wird dann getan sein, wenn es uns gelingt, die ganze Komplexität des »Zeit«-Themas zu realisieren; mit andern Worten: wenn es uns gelingt, das Neue derart zu wirklichen, dass wir uns seiner bewusst bedienen können. Was heute geschieht, geschieht noch fast von sich aus, besser: aus dem Sich heraus. Es ist nötig, dass auch das einzelne Ich, dass ein jeder wisse, wie er sich zu verhalten habe, auf dass das Neue, durch ihn mitverantwortet, zu aufbauender Wirkung komme. Dies darzustellen ist die andere Aufgabe dieses zweiten Teiles, die wir nie aus dem Auge verlieren dürfen, auch dann nicht, wenn die Komplexität des Themas und seine Neuartigkeit uns zwingen, langsam und behutsam vorzugehen.

Unser heutiges Bewusstsein ist ein Bewusstsein des Überganges

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… hat sich die Bekanntmachung und Förderung der integralen Theorie und Praxis, wie sie insbesondere vom amerikanischen Philosophen und interdisziplinären Denker Ken Wilber vertreten wird, zur Aufgabe gemacht. Ziel dieser umfassenden Sicht auf den Menschen und die Welt ist, natur-, human- und geisteswissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien – östliche und westliche Weltsichten – wissenschaftliches Denken und spirituelle Einsichten zu vereinen. 

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