Reinventing Politics: ein Aktionsforschungsprojekt in integraler Politik

Einführung

Logo LiFT EUSeit 2013 koordiniert das Institut für integrale Studien (IFIS) die von der EU geförderte Strategische Partnerschaft „Leadership for Transition (LiFT)“[1]. Warum? Wir meinen, dass zur Bewältigung der vielfältigen und riesigen, global anstehenden Transformationsherausforderungen neue, integrale Qualitäten von Führung notwendig sind. Das gilt für alle Gesellschaftsbereiche, aber natürlich ganz besonders für politische Führung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Daher beschäftigt sich das LiFT-Projekt in seiner dritten Förderphase, als LiFT Politics (2019-2022), besonders intensiv mit der Frage, wie eine integral informierte Art, Politik zu denken und zu machen, aussehen – und wie sie zur Lösung der zahlreichen komplexen Menschheitsprobleme beitragen könnte.

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Unsere Vision: ein System-Upgrade der heutigen politischen „Betriebssysteme“ auf der Basis eines neuen, integralen Bewusstseins. Was also bedeutet integrale politische Führung in Zeiten multipler, multidimensionaler Krisen?

Unserer Ansicht nach muss Politik ihren Charakter, ihren Fokus und ihre Herangehensweise grundlegend verändern:

  • von „ego“ zu „eco“ (Scharmer), also von kurzfristiger Profilierung zur Arbeit an langfristigen Zielen, die das Wohl des größeren Ganzen zum Maßstab nehmen und die Grenzen des Planeten respektieren
  • von Wettbewerb zu Kooperation (von „erreichen und kontrollieren wollen“ zu „gemeinsam gestalten“ auf der Basis kollektiver Intelligenz),
  • von einer einseitigen materiellen Wachstumsorientierung zu nachhaltigen Entwicklungsprozessen in allen Quadranten.

Integrale politische Führung bindet den Einzelnen wie auch die Gesellschaft insgesamt aktiv in Prozesse des Übernehmens von Verantwortung für das Gemeinwohl ein. Konkret heißt dies: LiFT Politics

  • bringt Menschen zusammen, die sich in den Bereichen Politik, Führung und gesellschaftlicher Transformation engagieren,
  • moderiert einen Dialog zwischen innovativen Forschern, Praktikern und Bürgern, um integrative, effektivere und damit nachhaltigere Lebensweisen in Europa und darüber hinaus zu fördern,
  • sammelt und reflektiert Erfahrungen, Innovationen und best practices im Bereich kooperativer und integraler Führung in unterschiedlichen Kontexten,
  • analysiert und bündelt vorhandenes und ko-kreiert neues Transformationswissen und bereitet es für eine interessierte Öffentlichkeit auf, u.a. in Form eines Schulungsformats,
  • unterstützt Interessierte dabei, in ihren eigenen Kontexten integral-politisch aktiv zu werden. 
Geschichte des LiFT-Projekts

Die LiFT-Partnerschaft begann im Jahr 2013 als Grundtvig-Lernpartnerschaft (LiFT 1.0), setzte ihre Arbeit 2015 als Strategische Partnerschaft fort (LiFT 2.0). Seit 2019 hat sie ihren Fokus gezielt auf den Bereich der Politik ausgerichtet, konkret auf die Frage, wie wir die zahlreichen aus innovativen, „progressiven“, spirituellen oder integralen Kontexten bereits gut bekannten kooperativen und ko-kreativen Methoden dorthin bringen können, wo letztlich Entscheidungen getroffen werden: in die Politik (LiFT 3.0 – Politics).
Nachfolgend gebe ich einen kurzen Überblick über die bisherige Arbeit des Projekts.

LiFT 1.0-2.0 und die Collaboratory-Methode

Initiiert vom Institut für integrale Studien trafen sich fünf integral ausgerichtete Partnerorganisationen aus Norwegen, Schweden, Österreich, der Schweiz und Deutschland über zwei Jahre zu regelmäßigen Workshops. Bereits beim ersten Treffen wurde klar, dass wir die Anforderungen des Förderprogramms, uns (lediglich) über unsere Arbeit auszutauschen, etwas unbefriedigend fanden. Daher stimmten alle dem Vorschlag unserer Schweizer Projektpartnerin Katrin Muff (damals Business School Lausanne) zu, mit ihrer Methode des „Collaboratory“ zu experimentieren und diese in öffentlichen Workshops auf eine Weise zu erproben, die zugleich einen gewissen gesellschaftlichen impact haben könnte.

In our dreams, the collaboratory becomes the preferred meeting place for citizens to jointly question, discuss, and construct new ideas and approaches to resolving sustainability challenges on a local, regional, and global level (Muff, 2014a, 12-13).

Das Collaboratory (Labor guter Zusammenarbeit) ist ein dialogisches, ergebnisorientiertes Kooperationsformat auf der Grundlage von Otto Scharmers U-Prozess. Es wurde im Rahmen der 50+20-Initiative zur Reform der Management- und Führungskräfteausbildung entwickelt, mit dem Ziel, (Unternehmens-) Führung wieder in den Dienst an der Gesellschaft und dem Gemeinwohl zu stellen. Mehr zum Hintergrund der Methode in Muff (2014) sowie Fein (2020).

Das Collaboratory unterstützt heterogene Stakeholder-Gruppen dabei, große gesellschaftliche Herausforderungen auf innovative, greifbare und nachhaltige Weise zu lösen. Der Prozess ist so angelegt, dass alle relevanten Perspektiven den nötigen Raum erhalten, um ihre Anliegen und Ideen auf konstruktive und wechselseitig inspirierende Weise einzubringen. Indem es eine große Zahl unterschiedlicher Sichtweisen in einen gemeinsamen, ergebnisoffenen Dialog- und Visionsprozess einbindet, hilft das Collaboratory den beteiligten Stakeholdern, das betreffende komplexe Problem tiefer und umfassender zu verstehen. Auf der Basis ihrer kollektiven Intelligenz hilft es alsdann, ihre Kräfte und Potenziale sinnvoll zu bündeln, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die qualitativ über bisherige Ansätze und Strategien hinausgehen. Mehr dazu im LiFT-Flyer zum Collaboratory.

Die Methode erschien perfekt, um die Ziele von LiFT in die Praxis zu bringen, und so machte sich das Projektteam der ersten Stunde daran, in jedem Partnerland öffentliche Workshops abzuhalten. Dabei stellte der lokale LiFT-Partner den Veranstaltungsort zur Verfügung, wählte ein für seine Organisation oder sein Umfeld brennendes Thema als Schwerpunkt aus und lud die lokal relevanten Stakeholder und Teilnehmer ein. Während der erste LiFT-Workshop (im Frühjahr 2014 in Trondheim, Norwegen) für uns zunächst ein Lernort war, um Katrins Format und Ansatz kennenzulernen, wurde das Projektteam bald darauf kreativer. Die Workshops begannen, sich vom Standard-Idealtypus des "sauberen" U-Prozesses zu unterscheiden und diesen kreativ an alle möglichen kontextuellen Umgebungen anzupassen. Tatsächlich bot LiFT ein weitläufiges Spielfeld für methodisches Experimentieren mit unterschiedlichen Gruppengrößen, Stakeholder-Konstellationen, verfügbaren Zeitspannen, Themen usw. Dies umso mehr, nachdem LiFT eine neue und umfangreichere Finanzierung als Strategische Partnerschaft für weitere drei Jahre (2015-18) erhielt.

In der zweiten Förderphase kamen zwei zusätzliche Partner hinzu (Alliance for the Future, Luxembourg und die Universität für Bodenkultur, Wien), und sowohl die Ziele als auch der Anspruch stiegen. Nunmehr wurde LiFT zu einem Aktionsforschungsprojekt. Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen entwickelte es eine Forschungsstrategie, um das komplexe Wechselspiel der vielen Einflussfaktoren während eines Collaboratory systemthematischer zu analysieren. Insbesondere interessierte uns, welche Faktoren letztlich seinen Erfolg ausmachen oder verhindern?
Um sie zu beantworten haben wir die dynamischen Wechselwirkungen zwischen zwei komplexen Variablen untersucht: erstens den divergierenden Kontexten der einzelnen Workshops und zweitens des gewählten Moderationsdesigns und seiner Umsetzung. Quintessenz war die Erkenntnis, dass der Erfolg eines Collaboratories in hohem Maße von der Fähigkeit abhängt, die Designelemente, Werkzeuge und Methoden für jede Phase des U-Prozesses so zu wählen, dass sie den spezifischen Bedürfnissen und Herausforderungen im jeweiligen Kontext gerecht werden.

Im Laufe von fünf Jahren hat die LiFT-Partnerschaft in Norwegen, Schweden, Deutschland, Luxemburg, Österreich und der Schweiz insgesamt neun öffentliche Collaboratory-Workshops veranstaltet, sowie einige weitere außerhalb des Projekts selbst. Die meisten dieser Workshops wurden im Hinblick auf den Prozessverlauf, Fallstricke, Optionen, Alternativen und methodische Lernerfahrungen gründlich dokumentiert, ausgewertet und reflektiert. Im Ergebnis hat das Projekt eine Reihe von „intellektuellen Outputs“ veröffentlicht, um seine so gesammelten Erfahrungen einem breiteren Kreis von Anwendern zugänglich zu machen. Darunter sind

Im Sommer 2018 bot LiFT im Wiener Impact Hub erstmals eine Summer School mit Collaboratory Facilitator Training an, im Rahmen dessen 25 Teilnehmer/innen und Teilnehmer mit Unterstützung des LiFT Teams ein Collaboratory zum Thema „Social Business between profit and purpose“ selbst vorbereiteten, gestalteten und moderierten. Das LiFT Collaboratory Facilitator Training kann beim IFIS gebucht und auf unterschiedliche Zielgruppen und zeitliche Bedürfnisse abgestimmt werden.

LiFT 3.0 – Politics

Nach diesen ersten fünf Jahren des Experimentierens und Forschens an integrativen, ko-kreativen Moderationsmethoden für Großgruppenprozesse geht LiFT 3.0 einen Schritt weiter. LiFT Politics sucht nach Wegen, um das vielfältige Instrumentarium an integralen Methoden und kooperativen Arbeitsformen dorthin zu bringen, wo es am dringendsten gebraucht wird: in die Politik – also dahin, wo die Entscheidungen über die Zukunft unserer Gesellschaften letztlich getroffen werden.

Das derzeitige, auf dem Parteienwettbewerb aufbauende Paradigma von Politik ist im wesentlichen kompetitiv. Es grenzt in vieler Hinsicht aus. Seine inneren Logik und seine Anreizsysteme sind, entwicklungstheoretisch betrachtet, typisch moderne. Unser heutiges politisches System entstand (was Deutschland betrifft) im Wesentlichen im ausgehenden 19. Jahrhundert, als es darum ging, über Parteien die verschiedenen sozialen Milieus und ihre Interessen politisch zu repräsentieren. Während sich diese Milieus infolge zweier Weltkriege und einer rasanten sozio-ökonomischen Entwicklung zunehmend aufgelöst oder stark verändert haben, sind die zugrundeliegenden Mechanismen der politischen Willensbildung (Parteiendemokratie, Mehrheitsentscheidungen, Profilierung durch Abgrenzung von Wettbewerbern) weiterhin aktiv, auch wenn sie zunehmend als dysfunktional erscheinen. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die traditionell bestimmte Milieus repräsentierenden Parteien entsprechend an Profil, Vertrauen und Attraktivität verloren haben. Statistiken zufolge sind weniger als 2% der Bürger in Parteien organisiert.
Daher geht es aus integraler Sicht letztlich darum, einen Paradigmenwechsel voranzubringen, der den veränderten Rahmenbedingungen – und unserem in mancher Hinsicht komplexer gewordenen Verständnis der Welt gerecht wird. Wir möchten die Art und Weise, wie in den westlichen Ländern Politik verstanden und betrieben wird, aus einer integral informierten Perspektive hinterfragen, dabei überholte Mechanismen und Praktiken würdigen für das, was sie einst geleistet haben, um sie dann durch für die heutige Zeit angemessenere, komplexere, funktionalere zu ersetzen bzw. zu erweitern (siehe dazu etwa den Beitrag von Roman Huber in dieser Ausgabe).

Während wir uns in der Sache vermutlich rasch auf einige Grundprinzipien eines neuen, integralen politischen „Betriebssystems“ einigen können, wie etwa

  • von Wettbewerb zu überparteilicher Kooperation im Dienst größerer gemeinsamerer Werte,
  • von exklusiv/reduktionistisch/polarisierend zu integrativ/Brücken schlagend,
  • von Selbst-Profilierung und enemy-bashing zu Schattenarbeit und echter Selbsttranszendenz bzw. Selbst-Entwicklung,

so erscheint die Frage, wie ein solches integrales „Systemupgrade“ konkret aussehen und in den vielfältigen heute bestehenden politischen „Betriebssysteme“ de facto implementiert werden könnte, schon weniger trivial.
Vielleicht haben wir selbst eine grobe Idee davon, wie Politik den riesigen Herausforderungen angemessener begegnen sollte, denen sich unsere Gesellschaften wie auch die Menschheit insgesamt gegenüber sehen. Doch treffen entsprechende Visionen nicht selten auf Widerstände und systemische Barrieren, je nachdem, wie die politischen Kulturen, Institutionen und Gewohnheiten in der betreffenden Gesellschaft sich aktuell darstellen. Was also bedeutet ein solcher Paradigmenwechsel konkret?

Aktionsforschung integral

Wenn die integrale Theorie Recht hat, handelt es sich bei dem gesuchten politischen Paradigmenwechsel um einen evolutionären Prozess. Das Alte/Bestehende erweist sich als zunehmend dysfunktional, jedenfalls unfähig, aktuellen Herausforderungen angemessen zu begegnen. Das Neue, eine integrale Politik, wird in dieser Situation höchstwahrscheinlich nicht ready-made vom Himmel fallen. Vielmehr emergiert sie Schritt für Schritt – im Ergebnis kollektiver Suchprozesse von Pionierinnen und Pionieren, die in verschiedenen Kontexten auf je spezifische Weise, mit oder ohne eine explizit integrale Agenda nach einer „anderen Politik“ suchen. Pionieren, die Visionen entwerfen und auf dem Weg dorthin neue Prozeduren, Praktiken und Entscheidungsmechanismen erproben, Fehler machen, mit manchem scheitern und aus ihren Erfahrungen lernen.
All dies beobachten wir bereits. An vielen Orten in ganz Europa (und darüber hinaus) engagieren sich Menschen und Gruppen, häufig aus einem spezifischen Ungenügen am Bestehenden, oder gar aus einem Leidensdruck heraus, und suchen nach Wegen und Formen, um Politik menschlicher, ganzheitlicher, effektiver, nachhaltiger und lebensdienlicher zu machen. Wir meinen: Jede/r von ihnen trägt Mosaiksteinchen zum großen Puzzle einer integralen Politik bei. LiFT Politics versucht, die Bausteine zusammenzutragen und das größere Muster hinter ihnen zu erkennen und sichtbar zu machen.

Um dem neuen, integralen Paradigma von Politik auf die Spur zu kommen, sammelt das LiFT Politics Projekt daher

  • Erkenntnisse aus integralen Modellen und anderen ganzheitlichen Denkansätzen
  • Erfahrungen von Pionieren einer neuen, kooperativen Politik, die sich entweder selbst einem ganzheitlich-integralen Ansatz verschrieben haben oder aus einer vergleichbaren Motivation heraus handeln
  • typische Herausforderungen, Knackpunkte und Fettnäpfchen, denen solche Pioniere auf dem Weg von den altbekannten zu neuen Politikmustern begegnen, sowie ihre Lösungsansätze und Lernprozesse in diesem Zusammenhang.

Auf dieser Grundlage zeigt das Projekt Bausteine, Prinzipien und Elemente einer integral informierten Politik auf und bietet Menschen, die Lust haben, an diesem Wandel mitzuarbeiten, praktische Unterstützung in Form von Handreichungen, Kursmaterialien und einem Training in kooperativer und ko-kreativer Politik.

Das Arbeitsprogramm

Die Aktivitäten des Projekts setzen sich zusammen aus

  • öffentlichen Workshops zu verschiedenen Aspekten kooperativer/integraler Politik (im Zuge der Corona-Einschränkungen zum Teil online)
  • der Erstellung von 3 Büchern, einem Studienpapier, einer Wiki-Datenbank zu kooperativen und integralen Methoden des Politisierens und einem Kurs in kooperativer Politik
  • einer Sommerschule und Abschlusskonferenz über die Zukunft Europas im Jahr 2022.

Für 2021 und 2022 sind folgende öffentliche Veranstaltungen geplant:

Sommer 2021: “Tage der politischen Zukunft” in Österreich. Politische Pionier/innen aus dem deutschsprachigen Raum tauschen sich über Erfahrungen, Herausforderungen und kreative Lösungen aus und arbeiten gemeinsam an einer europäischen integral-politischen Vision. Ziel ist außerdem, der gastgebenden Kommune ein Collaboratory zu einem brennenden lokalen Thema anzubieten.

Herbst 2021 (Malmö/Schweden): Ähnlich der Veranstaltung in Österreich werden hier politische Pioniere und Innovatoren aus dem Skandinavischen Raum eingeladen, ihre Erfahrungen auszutauschen und in den LiFT-Aktionsforschungsprozess einzuspeisen. Auch in Malmö wird zugleich ein kooperativer Prozess gemeinsam mit lokalen Stakeholdern zur Integration von Flüchtlingen und Migranten im Dänisch-Schwedischen Grenzgebiet stattfinden.

Frühjahr 2022 (Berlin/D): Der vorletzte LiFT Politics Workshop dient als Beta-Test des LiFT Collaborative Politics Training mit einer ausgewählten Gruppe von Teilnehmern und Interessierten. Der thematische Schwerpunkt liegt auf dem Bedarf an und Erwerb von kooperativen Kompetenzen in verschiedenen Bereichen der Politikgestaltung auf lokaler, nationaler und EU-macro-regionaler Ebene.

Sommerschule (Stockholm/Schweden): Das letzte öffentliche LiFT Event umfasst unsere Sommerschule mit Collaborative Politics Training und unsere Abschlusskonferenz in Form eines großen Marktplatzes für Pioniere kooperativer Politik aus ganz Europa, mit dem Fokus auf Visionen zur Zukunft Europas aus integraler Sicht.

Interessierte an einer Teilnahme wenden sich bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bis Mitte 2022 wird das LiFT Politics Team außerdem Ressourcen und Kursmaterialien erstellen, in denen die Quintessenz unserer Aktionsforschung dokumentiert und nachles- oder nachhörbar wird. Dazu zählen:

  1. E-Book: Grundlagen, Prinzipien und Ressourcen integraler Politik
    Integrale/kooperative Politik, wie sie von LiFT verstanden und praktiziert wird, basiert auf einem neu entstehenden innovativen Paradigma und einer Praxis der Führung, Entscheidungsfindung und des Organisierens von Zusammenarbeit in großen Gruppen. Das E-Book erläutert die Kernelemente dieses qualitativ neuen Ansatzes der Politikgestaltung. Es ist als Inspiration, Denkanstoß und Werkzeug zur Selbstreflexion für Interessierte gedacht, die nach neuen, ganzheitlicheren Formen der Politikgestaltung suchen.
  2. E-Book: Pioniere integraler Politik
    Dieses E-Book gibt Einblicke in das Denken und Handeln von Gruppen und Organisationen, die bereits heute neue, integrale Wege der Gestaltung von Politik in Europa beschreiten. Es wird auch auf die wenigen schon bestehenden politischen Parteien eingehen, die die Forderung nach einer neuen Qualität von Beziehung zwischen Parteimitgliedern und Bürgern aufgreifen und an einer engagierteren und energischeren Politik arbeiten.
  3. Wiki: Methoden für kooperative Entscheidungsfindung in der Politik
    LiFT’s Methoden Wiki ist eine verlinkte Datenbank, die von den Projektmitgliedern gemeinsam erstellt wird, als Online-Ressource für Moderatoren von kooperativen Prozessen in politischen Kontexten. Sie wird um die zentrale Frage herum erstellt, wie wir lokale Demokratien dahingehend unterstützen können, mit Spannungen in der Gesellschaft achtsam und produktiv umzugehen und gleichzeitig ihre Legitimität zu wahren. Es soll Moderatoren des öffentlichen Dialogs mit praktischen Werkzeugen und dem notwendigen theoretischen Hintergrundwissen versorgen.
  4. E-Book: Politische Collaboratories. Ko-kreative Ansätze für politische Prozesse
    Ko-Kreationsprozesse mit mehreren Akteuren sind in der Wirtschaft ein heißes Thema, da man erkannt hat, dass komplexe Probleme nicht mehr von nur einem Akteur allein gelöst werden können. Die Zusammenarbeit mit betroffenen Stakeholdern ist eine zentrale Herausforderung geworden, um solche Probleme anzugehen und zu lösen. Regierungen befassen sich mit ähnlich komplexen Fragen, die oft widersprüchliche oder widersprüchliche Positionen verschiedener politischer Akteure umfassen. Das Collaboratory, wie es von LiFT 2.0 intensiv untersucht wurde, bietet einen Ansatz, um solche Ko-Kreationsprozesse zu gestalten und zu moderieren.
  5. Studie: Sensemaking for Governments – Best practices der Anwendung des SenseMaker® tools
    Das von Cognitive Edge entwickelte SenseMaker® Instrument ist eine dynamische virtuelle Plattform, um große Mengen an Mikroerzählungen von beliebigen Zielgruppen zum einem ausgewählten Thema zu sammeln, zu verarbeiten und auszuwerten und auf dieser Grundlage die Entscheidungsfindung auf qualitativ neue Art und Weise zu informieren. Die Studie dokumentiert die Nutzung des Instruments durch das LiFT-Projekt und diskutiert die wichtigsten Vorteile, die das Instrument für Entscheidungsträger im politischen Bereich bietet.
  6. Kurs Curriculum: Collaborative politics training
    Dieser Kurs entsteht im Ergebnis der fortlaufenden Reflexion und des Austauschs zwischen den an LiFT 3.0 – Politics beteiligten Partnern und ihres sich herausbildenden Wissens- und Erfahrungsschatzes bezüglich der Voraussetzungen und Fähigkeiten, die benötigt werden, um das "Betriebssystem" der heutigen Politik zu transformieren. Das Curriculum verdichtet die Erkenntnisse aus allen anderen o.g. Materialien zu einem Trainingskurs in integraler/kooperativer Politik und Entscheidungsfindung, der ein breites Spektrum interessierter Anwender ansprechen soll.

Ein kompakter Projektflyer kann hier heruntergeladen werden. Ein project summary (auf Englisch) findet sich hier.

Beteiligte Partner

Logo IFIS
Institut für Integrale Studien (IFIS)

Freiburg im Breisgau

Fein Geiken

Koordination: Dr. Elke Fein, Dr. Bettina Geiken

Muff Adnan  

weitere Mitarbeitende: Dr. Katrin Muff, Indra Adnan

Website: www.ifis-freiburg.de

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

Nach einer Phase hoher personeller Kontinuität über die beiden ersten Förderphasen hinweg (für die Partner von LiFT 1.0 und 2.0 siehe hier) hat das LiFT-Projekt sein Team für die dritte Förderphase erweitert und grundlegend umgebaut. Ziel war es, möglichst breite Expertise im Bereich integrale politische Innovation, kooperative Politik, Dialogkultur usw. einzubinden.

LiFT 3.0 – Politics umfasst die folgenden sieben Partnerorganisationen in Deutschland, Österreich, Schweden und Norwegen:

Initiator und Koordinator des Projekts ist seit 2013 das Institut für integrale Studien (IFIS) unter der Federführung von Dr. Elke Fein (in der 2. Förderphase gemeinsam mit Prof. Dr. Jonathan Reams von der NTNU Trondheim).
IFIS versteht sich als Gemeinschaft integral Forschender, die sich zum Ziel gesetzt hat, ein integrales Weltverständnis in Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu tragen. Das Institut hält regelmäßig integrale Forschungskolloquien ab, wirkt über seine Mitglieder an zahlreichen Projekten in verschiedenen europäischen Ländern mit und bringt sich in Freiburg und darüber hinaus in überparteiliche Dialogprozesse ein.
Für die Arbeit am LiFT Politics-Projekt wurden neben den Vorstandsmitgliedern Elke Fein und Bettina Geiken weiterhin Dr. Katrin Muff (Positive Impact Space und Partnerin in LiFT 1.0 und 2.0) und Indra Adnan (The Alternative/UK) kooptiert.

 

Logo Dialoques

Dialogues Facilitation Gothenburg (Dialogues)

Göteborg/Schweden

Leroux Bernard

Koordination: Bernard Leroux

Website: http://dialogues.se 

Dialogues Facilitation Gothenburg (Dialogues) ist eine kleine, gemeinnützige Beratungsfirma im schwedischen Göteborg, die sich insbesondere im Bereich Konfliktmoderation auf kommunaler Ebene profiliert hat. Sie arbeitet hier seit vielen Jahren intensiv und erfolgreich mit zahlreichen Schwedischen Kommunen zusammen. DFG ist Partner und Berater des Dachverbands der Schwedischen Regionen und Kommunen (SALAR).

In politischen Konfliktmoderationen legt DFG besonderen Wert darauf, subtilen Spannungen im Schattenbereich des Nicht-Ausgesprochenen auf den Grund zu gehen und so den Beteiligten Zugang zu den Tiefendimensionen ihrer jeweiligen Probleme oder Herausforderungen im Bereich zwischenmenschlicher Störungen oder Tabus zu ermöglichen. Auf diese Weise können neue Lösungsansätze aus einer achtsamen Qualität des Zuhörens und der Ko-Kreation entstehen.
Einen kleinen Einblick in diese Arbeit gab Bernard Leroux im IFIS Online-Kolloquium Nr. 20 am 23. Januar 2019. Ein Blogeintrag von Bernard hierzu findet sich hier: https://www.ifis-freiburg.de/node/178

 

Logo IFZ

Institut für Zukunftskompetenzen (IFZ)

Krumpendorf/Österreich

Schellander Harald

Koordination: Harald Schellander

Website: https://www.zukunftskompetenzen.at 

Das 2009 gegründete Institut für Zukunftskompetenzen (IFZ) hat sich der Erforschung, Lehre und Praxis der für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft erforderlichen Kompetenzen verschrieben. Es bietet einen Lehrgang zum Coach für Zukunftskompetenzen und veranstaltet seit nunmehr elf Jahren die Tage der Zukunft in Kärnten, Nieder- und Oberösterreich und Salzburg (Motto: Es ist alles gesagt, jetzt geht’s ums Tun!“). Dort kommen ZukunftsgestalterInnen zusammen, um ihre Projektideen weiterzuentwickeln  und sich von professionellen Coaches bei deren Umsetzung unterstützen zu lassen. Bisher nahmen über 3.500 Menschen mit rund 330 Projekten daran teil. Seit 2020 gibt es auch eine online-Version der Tage der Zukunft mit Entfaltungsräumen zu sieben unterschiedlichen Themenbereichen.
Für den Sommer 2021 wird LiFT gemeinsam mit dem IFZ in Kärnten Tage der politischen Zukunft veranstalten, zu denen Pioniere einer innovativen Politik aus dem deutschsprachigen Raum eingeladen sein werden, sich für drei Tage über ihre Arbeit auszutauschen und gemeinsame Visionen zu entwickeln.

 

Logo UIO

Universität Oslo (UiO)

Oslo/Norwegen

OBrian Karen

Koordination: Prof. Dr. Karen O’Brien

Website: www.sv.uio.no/iss/englisch 

Karen O’Brien ist Professorin an der Universität Oslo (UiO) in Norwegen, wo sie als Expertin für die menschliche Dimension des Klimawandels am Department of Sociology and Human Geography lehrt und forscht. Außerdem war sie intensiv an mehreren IPCC-Berichten beteiligt. Sie verbindet integrale Ansätze mit globalem Wandel und propagiert einen quantenphysikalischen Ansatz in den Sozialwissenschaften. Dazu erscheint in Kürze ihr Buch „You matter more than you think“. Derzeit leitet Karen unter anderem die Projekte AdaptationCONNECTS und cCHange, in denen es um die Entwicklung von Wissen, neuen Perspektiven und Werkzeugen zur Umsetzung nachhaltiger Transformation in allen Quadranten geht.
In Oslo wird LiFT einen Workshop für und mit jungen Engagierten und Multiplikator/innen zum Thema Bildung für Transformation abhalten.

 

Logo EZC  

Entz-von-Zerssen, Caspari & Partners (EZCP)

Berlin

Caspari Anne

Koordination: Anne Caspari

Website: www.ezc.partners

Anne Caspari ist der integralen Szene ebenfalls seit geraumer Zeit als international erfolgreiche integrale Beraterin, Leadership-Trainerin und Entwicklungscoach bekannt. Sie ist außerdem Moderatorin und Expertin in zahlreichen integralen Entwicklungsmodellen, die sie in ihrer Arbeit mit Führungspersonen und Unternehmen einsetzt, darunter der Deutschen Bahn, IKEA, Europol, der OECD, verschiedenen UN-Organisationen und Universitäten.
Mit ihrer Firma Entz-von-Zerssen, Caspari & Partners (EZCP) bringt Anne insbesondere das Gedankengut von Komplexitätsforschung und den Sensemaking-Ansatz von Dave Snowden ins LiFT Politics Projekt ein (siehe dazu den Beitrag von Anne Caspari in diesem Heft).
Im Kontext der LiFT-Workshops setzen wir das SenseMaker®-Instrument multidimensionaler Captures von Mikro-Narrativen in den jeweiligen Zielkontexten ein, um zu eruieren, wie die betreffenden Stakeholder ihre Situation tatsächlich wahrnehmen und wo sie sprichwörtlich „der Schuh drückt“. Mit der Sensemaking-Herangehensweise und den entsprechenden Designprinzipien, ist dies ganz anders - treffgenauer und integraler – möglich, als in standardisierten Umfragen. 

  

Logo SelfLeaders

SelfLeaders (SLP)

Stockholm/Schweden

Wernstedt Michael

Koordination: Michael Wernstedt

Website: www.selfleaders.com

Ein weiterer schwedischer Partner ist die Beratungsfirma SelfLeaders (SL), die sich der Förderung kultureller Entwicklung durch die Arbeit an persönlichen und organisationalen Werten verschrieben hat. Auf dem Fundament integraler Entwicklungsforschung arbeitet SL mit ihren Klienten aus Wirtschaft, Bildung und Politik daran, Werte in alltägliches Handeln zu übersetzen. Im Kern geht es darum, die Menschen in ihre Eigenverantwortung (Self Leadership) zu führen. Dadurch werden auch Kooperation, Motivation und Kreativität angeregt und der Erfolg der Organisation insgesamt gefördert.
SelfLeaders bringen ihr in nunmehr über zehn Jahren konsolidiertes Leadership Training ins LiFT Politics Projekt ein. In Person von Michael Wernstedt sind sie hauptverantwortlich für die Konzipierung und Durchführung der abschließenden LiFT Summer School. Sie wird im Juli 2022 in der Region Stockholm stattfinden und ein Training in kooperativer Politik anbieten.
Gleichzeitig ist Michael auch Mitgründer und war einer von drei Gründungssprechern der Schwedischen Partei „Initiativet“, die sich explizit auf die metamoderne Philosophie und das Modell einer „TEAL Organisation“ – und damit auf eine integrale Vision stützt (siehe den Beitrag von Indra Adnan und Michael Wernstedt in dieser Ausgabe).

  

Logo ECI

European Citizens Initiative (ECI)

Freiburg im Breisgau

Berg Carsten

Koordination: Carsten Berg

Website: www.citizens-initative.eu

Ein weiterer Praxis-Partner bei LiFT Politics ist die European Citizens Initiative (ECI) unter der Leitung von Carsten Berg, die ihren Sitz ebenso wie das IFIS in Freiburg hat. Die ECI (deutsch: EBI)-Kampagne ist aus dem Europäischen Verfassungskonvent zur Zukunft Europas (2002/03) hervorgegangen, in dessen Rahmen sie sich erfolgreich für die rechtliche Einführung der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) als weltweit erstem und einzigem Instrument der transnationalen, partizipativen und digitalen Demokratie – eingesetzt hat. Sie besteht aus ehemaligen und laufenden EBI-Organisatoren, Forschern, IT-Codierern und EU-Juristen, die ihre Expertise für die demokratische Entwicklung in der EU zur Verfügung stellen. ECI überwacht und unterstützt die Umsetzung konkreter EBIs durch Software, Kampagnen, Fundraising und Rechtsberatung. Darüber hinaus war EBI an der Entwicklung der weltweit ersten dauerhaft institutionalisierten, nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Bürgerversammlung in Ostbelgien beteiligt. Ende 2018 wurde die EBI-Kampagne mit dem TGL-Preis als "NGO des Jahres" ausgezeichnet. Aktuell setzt sie sich für eine partizipative Gestaltung der Konferenz über die Zukunft Europas ein.

 

Außerdem hat LiFT Politics eine Reihe assoziierter Partner, die das Projekt ideell und durch ihre Erfahrung inhaltlich unterstützen. Diese sind:

  1. die Schweizerische Partei und Bewegung Integrale Politik (IP), http://www.integrale-politik.ch
  2. die Dänische Partei “Die Alternative/Alternativet” (A/DK), https://alternativet.dk/en
  3. die Schwedische Partei “Initiativet” (IN), https://initiativet.se/
  4. die Britische Plattform/Bewegung "The Alternative“ (A/UK), https://www.thealternative.org.uk/
  5. die Internationale Vereinigung “Democracy Festivals“ (DF), http://democracyfestivals.org
  6. die Schwedisch Stiftung Norden Association, http://norden.se/in-english/
  7. die Walisische Leadership Development Firma Cognitive Edge und ihr Cynefin Center, https://cognitive-edge.com/
  8. das The Hague Center for Global Governance, Innovation & Emergence, http://www.thehaguecenter.org/
  9. das Co-Creation Loft, Berlin, http://cocreationloft.com/
  10. die Pioneers of Change, Österreich, https://pioneersofchange.org/
  11. das Dänische Sozialunternehmen We Do Democracy, https://www.wedodemocracy.dk/ 

Einige dieser Partner kommen in den folgenden Beiträgen zu Wort oder haben bei ihrer Erstellung mitgewirkt.

 

Endnoten:

[1] Das „i“ im Akronym ist ein Verweis auf den integralen Anspruch des Projekts.

  

Fein ElkeDr. Elke Fein ist Politik- und Sozialwissenschaftlerin und Geschäftsführerin des Instituts für integrale Studien (IFIS). Dort leitet sie das seit 2013 von der EU geförderte Projekt Leadership for Transition, das seit 2019 als LiFT Politics Aktionsforschung zum Thema integrale Politik betreibt. 2008 war sie im Organisationsteam des ersten Kongresses für integrale Politik in St. Arbogast und in den Anfangsjahren (2008-2011) der IP Schweiz in deren Strategie- und Programmkommission engagiert. Elke ist Lehrbeauftragte am Zentrum für Schlüsselqualifikationen der Universität Freiburg. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FernUni Hagen (Masterstudiengang Integrale Führung) sowie an der Univ. Freiburg (Osteuropäische Geschichte). Sie forscht zu politischen und sozialwissenschaftlichen Themen aus integraler und entwicklungstheoretischer Sicht und ist Mitherausgeberin (associate editor) der Zeitschrift Integral Review.

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