Michael Habecker

Stefan Zweig (* 28. November 1881 in Wien, † 22. Februar 1942 in Petrópolis bei Rio de Janeiro) war ein bedeutender österreichischer Schriftsteller. Eine seiner ganz großen Begabungen war sein Gespür für Psychologisches, für das Innere sowohl von Individuen wie auch von Gemeinschaften und Kulturen. In einem Aufsatz von 1925 mit der Überschrift „Die Monotonisierung der Welt“ beschreibt Zweig ebenso klarsichtig wie vorausschauend die Schattenseiten einer Globalisierung, wie wir es heute nennen, bei der aus einer bunten Vielfalt graue Eintönigkeit, Uniformität und eben Monotonisierung wird. „Alles wird gleichförmiger in den äußeren Lebensformen, alles nivelliert sich auf ein einheitliches kulturelles Schema. Die individuellen Gebräuche der Völker schleifen sich ab, die Trachten werden uniform, die Sitten international. Immer mehr scheinen die Länder gleichsam ineinandergeschoben, die Menschen nach einem Schema tätig und lebendig, immer mehr die Städte einander ähnlich.“

 

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